Freitag, 5. Januar 2018

Die untrennbare andere Seite der bezahlten Erwerbsarbeit: Wertvolle unbezahlte Arbeit und die in Franken und Euro

Wieder einmal wird intensiv über die Entwicklung der Erwerbsarbeit diskutiert. Dabei geht es um die großen Zahlen (vgl. dazu den Beitrag Frohe Kunde aus dem "Jobwunderland" Deutschland. Da lohnt ein genauerer Blick auf die Zahlen und die andere Seite der Medaille vom 3. Januar 2018). Und zu den ganz großen Zahlen gehört auch das Arbeitsvolumen, gemessen in Millionen Arbeitsstunden. Oder sagen wir genauer: das Erwerbsarbeitsvolumen. Während vor allem die Ökonomen darüber diskutieren, wie sich das entwickelt hat, dass es seit einiger Zeit wieder ansteigt (aber immer noch unter dem Niveau zu Zeiten der Wiedervereinigung liegt), dass die Zahl der Erwerbstätigen weitaus stärker gestiegen ist als die Erwerbsarbeitsstunden (was natürlich mit der Teilzeitentwicklung zusammenhängt) und einige dann die Frage der (unbezahlten) Überstunden aufrufen (vgl. beispielsweise Deutsche machten 1,7 Milliarden Überstunden, darunter fast eine Milliarde unbezahlt). An dieser Stelle soll aber auf einen anderen Aspekt hingewiesen werden, der bei der Diskussion der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt meistens völlig außen vor bleibt: Die unbezahlte Arbeit, die gleichsam die Schattenseite der bezahlten Arbeit darstellt. Anders formuliert: Wir können uns nur deshalb den Kopf über bezahlte Arbeit zerbrechen, weil diese durch unbezahlte Arbeit überhaupt erst ermöglicht wird. Jede Familie weiß genau, was hier angesprochen wird.

Nun kann es durchaus hilfreich sein, wenn man das, was normalerweise im Schatten steht, in den heutigen Zeiten mit Zahlen ins Schwerferlicht zu rücken versucht, vor allem dann, wenn es sich bei den Zahlen um Geldgrößen handelt.

Diesen Weg versuchen die Statistiker seit langem hin und wieder zu beschreiten. Das neueste Ergebnis auf solchen Bemühungen wird aus der Schweiz berichtet. Das Bundesamt für Statistik der Eidgenossen hat das Satellitenkonto Haushaltsproduktion 2016 veröffentlicht - mit interessanten Schätzergebnissen:
»9,2 Milliarden Stunden sind im Jahr 2016 in der Schweiz unbezahlt gearbeitet worden. Das ist mehr als für bezahlte Arbeit aufgewendet wurde (7,9 Milliarden Stunden). Die gesamte im Jahr 2016 geleistete unbezahlte Arbeit wird auf einen Geldwert von 408 Milliarden Franken geschätzt.«
Mit dem Satellitenkonto Haushaltsproduktion wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der unbezahlten Arbeit gemessen, indem der fiktive, monetäre Wert der unbezahlten Arbeit in Bezug gesetzt wird zur gesamten Bruttowertschöpfung der Schweiz.

Was nicht überraschend ist, wenn man an die Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit denkt, sind die ungleichen Verteilungsstrukturen: »Die Frauen übernehmen 61,3% des unbezahlten Arbeitsvolumens, die Männer 61,6% des bezahlten Arbeitsvolumens.«
Die Hausarbeiten (ohne Betreuungsaufgaben) machen mit 7,1 Milliarden Stunden gut drei Viertel des Gesamtvolumens an unbezahlter Arbeit aus (77%). Die Betreuungsaufgaben für Kinder und Erwachsene im eigenen Haushalt lassen sich mit 1,5 Milliarden Stunden pro Jahr beziffern (16% des Gesamtvolumens). Für Freiwilligenarbeit wurden 660 Millionen Stunden aufgewendet (7% des Gesamtvolumens).

Die Bestimmung der geleisteten unbezahlten Arbeitszeit ist schon die erste methodische Hürde, die man nehmen muss - die zweite besteht aus einer Monetarisierung der unbezahlten Arbeit. Dazu schreiben die Bundesstatistiker:
»Bei der Schätzung des fiktiven Geldwertes der unbezahlten Arbeit wird berechnet, wie viel die privaten Haushalte einer über den Markt engagierten Person für die Ausführung dieser unbezahlten Tätigkeiten bezahlen müssten. Als Vergleichsgrössen dienen die durchschnittlichen Arbeitskosten nach Berufsgruppen.
Die gesamte, im Jahr 2016 geleistete unbezahlte Arbeit wird auf einen Geldwert von 408 Milliarden Franken geschätzt. Die Hausarbeit macht den grössten Anteil aus mit 293 Milliarden Franken oder rund 72% des Gesamtwertes. Die Betreuungsaufgaben werden auf 81 Milliarden oder 20% des Gesamtwertes geschätzt.«
Wenn man diesen Schätzweg akzeptiert, dann kommt man auf die ausgewiesenen 408 Milliarden Franken, die - bislang - nicht in der offiziellen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ausgewiesen werden. Die Statistiker haben die offizielle Wertschöpfung dann um den errechneten Betrag erweitert und kommen zu dieser Größenordnung: »Die Bruttowertschöpfung der privaten Haushalte macht 2016 nicht weniger als 41 Prozent der um die Haushaltsproduktion erweiterten Gesamtwirtschaft aus.«

Auch in Deutschland gibt es vergleichbare Versuche einer Monetarisierung der unbezahlten Arbeit in den Haushalten. Im Mai des vergangenen Jahres berichtete Tobias Kaiser in seinem Artikel Hausarbeit von Frauen mehr als eine Billion Euro wert:
»Die häusliche Arbeit von Frauen leistet einen beträchtlichen Beitrag zur Wertschöpfung in Deutschland. So haben laut Berechnungen der WELT AM SONNTAG Frauen im Jahr 2013 knapp 54 Milliarden Stunden unbezahlt gearbeitet. Zwar tauchen diese Stunden in der offiziellen Statistik nicht auf, doch würde ihre Arbeit regulär entlohnt, würden dafür Bruttolöhne von mehr als einer Billion Euro fällig. Zum Vergleich: Die gesamte in der offiziellen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasste Wirtschaftsleistung Deutschlands lag 2013 bei 2,54 Billionen Euro ... Insgesamt wenden die Deutschen ein Drittel mehr Zeit für unbezahlte Arbeit auf als für Erwerbsarbeit: 89 Milliarden Stunden unbezahlter Arbeit standen demnach 66 Milliarden Stunden entlohnter Arbeit gegenüber.«
Allerdings kann man mit einem besonderen Blick auf die Frauen auch diesen Hinweis finden: »Ihre Zahl unbezahlter Arbeitsstunden ist seit 1992 um ein Fünftel gesunken. Grund dafür dürfte sein, dass Frauen heute weit häufiger berufstätig sind als noch zu Beginn der 90er-Jahre. Dadurch bleibt ihnen naturgemäß weniger Zeit für unentgeltliche Arbeit – auch wenn sie immer noch deutlich mehr Zeit mit nicht bezahlter Arbeit verbringen als Männer.« Das deckt sich mit den Befunden aus der Schweiz, vgl. dazu den Beitrag Männer legen im Haushalt vermehrt Hand an.

Für Deutschland wird berichtet: »Von 1992 bis 2013 ist der durch­schnittliche Zeit­aufwand für unbezahlte Arbeit aller in Deutschland lebenden Personen ab zwölf Jahren spürbar gesunken ... Vor allem bei Frauen zeigt sich in den letzten zwei Jahr­zehnten ein deutlicher Rückgang von knapp 5 Stunden im Jahr 1992 auf 4 Stunden in 2013, was einem Rückgang um 20 % entspricht. Dies dürfte im Wesentlichen auf drei Gründe zurückzuführen sein, die sich häufig untereinander bedingen:

  • Die gestiegene Erwerbs­beteiligung von Frauen: Die Erwerbstätigen­quote von Frauen im Alter von 15 bis 65 Jahren hat sich von 56,0 % im Jahr 1992 auf 68,8 % im Jahr 2013 erhöht.
  • Der Rückgang der Zahl an Kindern: 1992 gab es 10,6 Millionen Kinder im Alter von unter zwölf Jahren, 2013 waren es nur noch 8,3 Millionen Kinder.
  • Der Trend, Hausarbeit zu substituieren: Diese Entwicklung ist ungebrochen, etwa durch den Einsatz vorgefertigter Nahrungsmittel und die Inanspruch­nahme von externen Dienstleistungen, wie Haushalts­hilfen und Kinder­betreuungs­einrichtungen.«

Diese Zahlen basieren auf der Zeitstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes. Vgl. zu den neuesten Erkenntnissen diese Veröffentlichung mit zahlreichen Beiträgen zu ganz unterschiedlichen Facetten des Themas:
Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2017): Wie die Zeit vergeht. Analysen zur Zeitverwendung in Deutschland. Beiträge zur Ergebniskonferenz der Zeitverwendungserhebung 2012/2013 am 5./6. Oktober 2016, Wiesbaden 2017
Analog zu den Schweizern hat das Statistische Bundesamt ein "Satellitensystem Haushaltsproduktion" aufgebaut - dazu die Erläuterungen von Norbert Schwarz (2017): Der Wert der unbezahlten Arbeit: Das Satellitensystem Haushaltsproduktion. Für die Jahren 1992, 2001 und 2013 wurden entsprechende Berechnungen durchgeführt. Zusammenfassend ergibt sich der folgende Befund:
»Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Wohlfahrtsmessung ist die von privaten Haushalten geleistete unbezahlte Arbeit sowohl für das gesellschaftliche und individuelle Wohlbefinden als auch für die materielle Versorgung mit Waren und Dienstleistungen unverzichtbar. Dies zeigt sich unmittelbar an der Zeitverwendung der Bevölkerung: Die privaten Haushalte wendeten im Jahr 2013 für die unbezahlte Arbeit 35 % mehr an Zeit auf als für die bezahlte Erwerbsarbeit. Anfang der 1990er-Jahre waren es sogar fast 50 % mehr. Diese Leistungen der privaten Haushalte sind aber kein Bestandteil der regelmäßigen Wirtschaftsberichterstattung und gehen nicht in das in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) ermittelte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein ... So zeigt sich, dass selbst bei einer vergleichsweise vorsichtigen Bewertung die Wertschöpfung durch die unbezahlte Arbeit fast 40 % der im Bruttoinlandsprodukt ausgewiesenen Bruttowertschöpfung erreicht.«
Eine ausführliche Fassung der Befunde findet man in diesem Beitrag: Norbert Schwarz und Florian Schwahn (2016): Entwicklung der unbezahlten Arbeit privater Haushalte. Bewertung und Vergleich mit gesamtwirtschaftlichen Größen, in: Wirtschaft und Statistik, Heft 2/2016.

Auch der Deutsche Familienverband hat über die Befunde der Statistiker berichtet: Was Familienarbeit und Ehrenamt wert sind: »Im Alltag denkt man kaum darüber nach: Es muss erledigt werden und Punkt. Wäsche waschen, einkaufen, putzen, kochen, die Kinder bringen und holen, sie betreuen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen, die Großeltern unterstützen oder pflegen – das alles erledigen wir Tag für Tag und wohlgemerkt meistens NEBEN dem Beruf. Dazu kümmern wir uns vielleicht noch um den gebrechlichen Nachbarn oder engagieren uns ehrenamtlich. Rund vier Stunden dieser unentgeltlichen Arbeit leisten Frauen täglich, bei Männern sind es 2,5 Stunden am Tag.«

Zwar seien Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe oder die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen oft überhaupt erst eine Voraussetzung für bezahlte Erwerbsarbeit – doch in das Bruttoinlandsprodukt fließen Tätigkeiten wie diese nicht ein. Genau diese Lücke versucht der Ansatz der Bundesstatistiker zu schließen bzw. durch die Monetarisierung überhaupt auf sie aufmerksam zu machen.

Zum einen kann man an den hier skizzierten Veränderungen der Werte über die Jahre den gesellschaftlichen Strukturwandel erkennen, der vor allem durch eine steigende Erwerbsarbeitsbeteiligung der Frauen gekennzeichnet ist, zum anderen - und weitaus wichtiger - sollte man sich die beeindruckenden Zahlen in Erinnerung rufen, wenn in der öffentlichen Debatte über Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt debattiert wird. Es handelt sich um eine Medaille mit zwei Seiten und die fast ausschließlich im Mittelpunkt stehende Erwerbsarbeit ist zugespitzt formuliert eine ziemlich parasitäre Existenz, wenn es nicht die unbezahlte Arbeit in den Haushalten geben würde, durch die Erwerbsarbeit überhaupt erst ermöglicht wird.

Das hat auch ganz handfeste Auswirkungen in vielen sozialpolitischen Handlungsfeldern - man denke hier nur allein an die Tatsache, dass mehr 70 Prozent der Pflegebedürftigen derzeit (noch) zu Hause von den Angehörigen versorgt, betreut und gepflegt werden und das zumeist ohne Entgelt. Aber auch die Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder liegt - aller Expansion der außerfamilialen Kinderbetreuung zum Trotz - vorwiegend in der Sphäre der unbezahlten Haushaltsarbeit.

Und auch in einem aktuellen Konflikt, der zugleich in mehrfacher Hinsicht eine fundamentale Bedeutung haben wird, kann man das unauflösbare Wechselspiel zwischen der Erwerbsarbeit und der unbezahlten Arbeit studieren - gemeint ist der beginnende Tarifkonflikt in der Metallindustrie. Dazu Alexander Hagelüken in seinem Essay Warum die Tarifgespräche der Metaller für das ganze Land wichtig sind mit Blick auf die durchaus risikoreiche Strategie der IG Metall: »Es ist ungewöhnlich, nicht einfach nur mehr Lohn zu fordern wie sonst, sondern ein Recht für Beschäftigte, ihre Arbeitszeit vorübergehend auf bis zu 28 Stunden zu senken. Werden die Beschäftigten wirklich ausdauernd für flexibleres Arbeiten streiken, falls der Konflikt mit den Unternehmen so groß wird, wie es sich abzeichnet?«

Die Sicht von Alexander Hagelüken auf diesen Tarifkonflikt liest sich so: »Eines steht außer Frage: Die IG Metall hat sich keineswegs ein esoterisches Ziel herausgepickt. Denn inzwischen wünschen sich viele Bundesbürger, eine gewisse Zeit lang weniger zu arbeiten, um sich beispielsweise um die Kinder oder ältere Angehörige zu kümmern, ohne dafür auf jedwede Karriere zu verzichten. Die Forderung der Gewerkschaft ist deshalb nicht abseitig, sondern avantgardistisch. Es könnte ein Signal für alle Arbeitnehmer sein. Denn was im größten Industriesektor mit vier Millionen Beschäftigten herauskommt, bei Autokonzernen, Medizintechnikfirmen und Maschinenbauern, das strahlt weit aus. Setzt sich die IG Metall durch, verändert sie die Bedingungen im ganzen Land ... Scheitert die größte deutsche Gewerkschaft mit ihrer Forderung, wird keine der anderen, kleineren Gewerkschaften das Thema anfassen. Auch die politische Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde einen Rückschlag erleiden. Die IG Metall hat also eine besondere Verantwortung.«

Das alles hat - auch - mit dem Verteilungsverhältnis zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit zu tun. Die Arbeitnehmer der Baby Boomer-Generation stellen heute die Mehrheit in den Belegschaften. Viele von ihnen werden bis 67 oder länger (?) arbeiten müssen, zugleich sind oder werden viele von ihnen  konfrontiert mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege der Angehörigen. Die wird bislang vorwiegend von pflegenden Angehörigen geleistet, die dafür aus dem Beruf aussteigen oder auf die Erwerbsarbeit massiv einschränken müssen, um dann einen unbezahlten Beitrag zur "Wertschöpfung" im Land zu leisten (allerdings mit oft fatalen individuellen Kosten in Form von Altersarmut und/oder eigenem Verschleiß), der ansonsten, das sollte man immer mitdenken, von zu bezahlenden Kräften erbracht werden müsste. Von denen gibt es aber bereits jetzt schon flächendeckend zu wenig. Insofern wird es in den kommenden Jahren eine Systementwicklung geben müssen, durch die die bislang streng getrennten System der bezahlten und der unbezahlten Arbeit zumindest in Überschneidungsbereichen vermischt werden (müssen). Darüber sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie immer: toller, wie immer differenzierter Beitrag. Danke

Ralf Krämer hat gesagt…

Ja, wichtiger und differenzierter Beitrag. Allerdings folgende Formulierung ist m.E. nicht sinnvoll: "Erwerbsarbeit ist zugespitzt formuliert eine ziemlich parasitäre Existenz, wenn es nicht die unbezahlte Arbeit in den Haushalten geben würde, durch die Erwerbsarbeit überhaupt erst ermöglicht wird." Es handelt sich um zwei gleichermaßen notwendige Seiten des Gesamtprozesses, "parasitär" ist keine davon.

Tatsächlich erklärt sich das heutige Niveau der Reichtumsproduktion im Unterschied zu früher aus der enorm gestiegenen Produktivität und den Innovationen im Sektor der Erwerbsarbeit. Hier wird die Dynamik der Entwicklung bestimmt. Das gilt auch für die Ausstattung und die Veränderung der Arbeit in den privaten Haushalten.

Und es ist sinnvoll, "Wertschöpfung" der Haushaltsproduktion in Anführungszeichen zu setzen, weil hier werden ja gerade keine Waren und damit Wert im Sinne von Einkommen produziert. Die monetäre Bewertung der hier geleisteten Arbeit ist fiktiv und in ihrer Quantität abhängig von der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit im Erwerbssektor.

Diese Betrachtung soll nicht die Bedeutung der unbezahlten Arbeit als unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Gesamtarbeitsprozess herabsetzen, aber die unterschiedliche ökonomische Form und Bedeutung müssen beachtet werden. Unter diesem Aspekt ist mir auch der letzte Satz mit der "Vermischung" der bisher getrennten Systeme unklar. Wenn damit Ausweitung von Regelungen wie der rentenrechtlichen Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten gemeint sind, verstehe ich es, aber ansonsten nicht. Und es muss klar sein, dass die so begründeten Renten aus Einkommen finanziert werden müssen, die ausschließlich in der Erwerbsarbeit entstehen.