Mittwoch, 28. September 2016

Zwischen medialen und realen Verteilungskämpfen ganz unten, niedrigschwelliger Armutslinderung, einem überstrapazierten Ehrenamt und dann noch die Grundatz-Kritiker der "Vertafelung"

Um es gleich an den Anfang des Beitrags zu stellen: Beim Thema Tafeln kann man es nicht richtig machen. Für die einen gehören die Tafeln abgeschafft, für manche darunter sind sie zum nicht nur symbolischen, sondern handfesten Ort der Kapitulation des Sozialstaats vor der staatlichen Aufgabe der Gewährleistung der Existenzsicherung armer Menschen degeneriert, an die man die Menschen verweisen kann, denen man nicht genug Mittel zur Verfügung stellt, um sich selbst und ohne Rückgriff auf Almosen zu helfen. Die Kritiker arbeiten sich ab an der angeblichen oder tatsächlichen Funktionalität der Tafeln im Sinne einer neuen "Abspeisung" von Menschen, denen man zu geringe Sozialleistungen gewährt und die man dann auf die fast flächendeckende Versorgungsinfrastruktur der Tafeln verweisen kann, bei denen man sich ja das besorgen kann, was nicht über die staatlichen Leistungen abgedeckt werden kann.

Auf der anderen Seite zeigt die Expansionsgeschichte der Tafeln, dass es offensichtlich eine reale Nachfrage nach den dort verteilten Lebensmitteln gibt - und dieser Nachfrage ist die theoretische Debatte ziemlich egal bzw. sie kommt für die Betroffenen kopflastig daher. Hinter dieser Nachfrage stehen Menschen, die mit den Lebensmitteln der Tafeln über den Monat kommen, denen der Genuss von Obst und Gemüse ermöglicht wird. Und wie ein Luftballon aufgeblasen werden kann, so spiegelt auch die Entwicklung der Tafeln nicht nur die faktische Ausweitung nicht-existenzsichernder Lebenslagen derjenigen, die schon immer hier waren, sondern die enorme Zuwanderung der letzten Monate ist natürlich nicht spurlos an diesem Bestandteil einer "Überlebensökonomie" vorbeigegangen. Die Zahl der Bedürftigen, die Tafelleistungen in Anspruch nehmen möchten, also die Nachfrage, ist nicht nur, aber auch durch die Flüchtlinge angestiegen.

Das geht nicht ohne Konflikte ab in einem System, das auf Freiwilligkeit und Verteilung dessen, was man von Dritten bekommt, basiert. Das wurde bereits im vergangenen Jahr in diesem Blog-Beitrag hier thematisiert: Die Tafeln und die Flüchtlinge. Zwischen "erzieherischer Nicht-Hilfe" im bayerischen Dachau und der anderen Welt der Tafel-Bewegung vom 14.10.2015.

Das Bild von einem (real durchaus vorhandenen und angesichts der Mengenrestriktionen auf der Angebotsseite auch zwangsläufigen) Verteilungskampf derer da unten untereinander wurde von einem Teil der Medien gerne aufgegriffen, hat das doch neben allen Realitäten in den Ausgabestellen einen "Gänsehautfaktor" für viele Konsumenten solcher Berichte.
So beginnt beispielsweise Rolf-Herbert Peters seinen Artikel Das untere Ende der Gesellschaft mit dieser Beschreibung: »Manfred Baasner verteilt Essen, das sonst im Müll landen würde. Immer mehr Alte, Arme und Flüchtlinge kommen zu ihm. Der Verteilungskampf am unteren Ende der Gesellschaft eskaliert. Ein Besuch bei Deutschlands größter Tafel.«

Es ist leider im Kontext der aufgeheizten Stimmung rund um das Thema Flüchtlinge kaum verwunderlich, dass häufig in höchst aggressiver Art und Weise gerade in den sozialen Netzwerken Stimmung gemacht wird gegen Flüchtlinge, in dem beispielsweise auf die immer wieder berichteten Konflikte in den Tafeln Bezug genommen und mit dem "Argument" gearbeitet wird, dass es "unsere" Bedürftigen schlechter haben durch die zusätzlichen Nachfrager in den Tafeln.

Und solche Artikel scheinen das Problem zu bestätigen: Mehr Spenden, aber auch mehr Bedürftige, so Johannes Leithäuser von der FAZ: »Die Tafeln in Deutschland versorgen deutlich mehr Menschen als noch vor eineinhalb Jahren. Unter ihnen sind auch viele Flüchtlinge.« Fabian Lambeck berichtet im Neuen Deutschland unter der Überschrift Armut wächst - Tafeln droht die Überlastung.

Diese Berichte haben ihr Quelle beim Bundesverband Deutsche Tafel. Der hat sich unter der Überschrift Tafeln meistern Flüchtlingskrise durch niederschwellige Soforthilfe zu den Ergebnissen der Tafel-Umfrage 2016 zu Wort gemeldet - und ein Anliegen ist der Versuch, sich von der Instrumentalisierung und Vereinnahmung zu distanzieren.
Fast 1,8 Millionen Menschen besuchen regelmäßig einen der bundesweit 2.100 Tafelläden und Ausgabestellen der 900 Tafeln in Deutschland. Im Vergleich zu 2014 sei die Zahl der Tafelkunden um 18 Prozent gestiegen.  Die Warenspenden sind im gleichen Zeitraum um etwa 10 Prozent gestiegen. Besonders deutlich wird die Expansion, wenn man einen Blick wirft auf das Jahr 2005: Damals zählten die Tafeln noch "nur" 500.000 regelmäßige Besucher.

Aktuell unterstützen die über 900 Tafeln bundesweit zusätzlich etwa 280.000 Flüchtlinge, so der Bundesverband.

„Trotz angestiegener Spendenmenge bekommt jeder Einzelne im Durchschnitt etwas weniger Lebensmittel“, so der Bundesvorsitzende der Tafeln, Jochen Brühl. Angesichts der höheren Steigerungszahlen bei den Bedürftigen im Vergleich zu den Lebensmittelspenden ist das auch kein Wunder. Der Bundesvorsitzende versucht dann offensichtlich, die "Konkurrenz-Debatte" zwischen "Einheimischen" und Zugewanderten, die sich in den vergangenen Monaten teilweise verselbständigt hat, wieder einzufangen und zu relativieren: „Dennoch hat sich die vormals zum Teil angespannte Situation bei den Tafeln weiter entspannt“, wird er zitiert.

Fabian Lambeck erläutert uns, was man sich unter der "vormals zum Teil angespannten Situation" praktisch vorstellen muss:
»Wegen kultureller Unterschiede und Sprachproblemen habe es manchmal Anlaufschwierigkeiten gegeben, so Brühl. Syrische Männer etwa hätten Probleme damit gehabt, Hilfe von Frauen anzunehmen. Zudem seien bestimmte Lebensmittel für einige Gruppen ungeeignet. So verbieten die islamischen Speisevorschriften den Konsum von Schweinefleisch. Auch hätten viele Tafeln ihren neuen Kunden deutlich machen müssen, dass Tafeln keine staatlichen Einrichtungen seien und sie deshalb auch keinen Anspruch auf Lebensmittel hätten.«
Aber der Bundesvorsitzende der Tafeln geht noch weiter: "Tafeln sind zu einem zentralen Motor der Integration geworden". Wie das?
»Viele Anfangsschwierigkeiten konnten mittlerweile behoben werden. Vor allem Sprach- und Verständigungsprobleme machten den Tafeln zu schaffen. Durch den Einsatz von Dolmetschern oder mehrsprachigem Informationsmaterial konnte Abhilfe geschaffen werden. Besonders die Einbindung von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund in die Tafel-Arbeit ist für beide Seiten ein Gewinn. Mittlerweile helfen in 40 Prozent der Tafeln Flüchtlinge als Ehrenamtliche oder als Bundesfreiwillige mit. Tendenz steigend.«
Und der Bundesverband positioniert sich so:
„Mit Sorge beobachten wir jedoch die Versuche von außen, einen Keil zwischen die Ärmsten in diesem Land zu treiben. Armut in Deutschland ist längst zum Dauerzustand geworden ... Tafeln leisten niederschwellige Soforthilfe und fördern die Integration. Unsere Angebote dürfen seitens der Politik jedoch nicht länger überstrapaziert werden.“
Das ist ein wichtiger Hinweis an die Politik auf die Fragilität der Tafeln, deren Arbeit ja fase ausschließlich eine ehrenamtlich geleistete Arbeit ist und es handelt sich hier eben nicht um angestellte Menschen, sondern deren Engagement muss jeden Tag erneut abgerufen werden und abrufbar sein, sondern bricht das System auseinander. In diesem Kontext sollte man auch nicht unterschätzen, welche Folgewirkungen die neue Mischung der Menschen auf der Nachfrageseite für die ehrenamtlichen Helfer haben kann, wenn die kulturellen Konflikte stark zunehmen oder ein Teil der Helfer an der Legitimation dessen zweifelt, was sie tun. Insofern kann und muss man die Ausführungen des Bundesvorsitzenden der Tafeln so verstehen, dass er diese Flasche wieder verschließen und damit beruhigen möchte. Die Botschaft lautet: Die letzte Zeit war eine des doppelten Übergangs - viele neue "Kunden" und zugleich ganz andere Hintergründe bei diesen, das muss natürlich am Anfang zu Überforderung führen, aber die Lage habe sich normalisiert.

Aber die Tafeln sind ja nicht nur deshalb unter Druck, weil die in diesen Institutionen nicht aufhebbare Rationierungsmechanik angesichts einer weiter ansteigenden und in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegenen Nachfrage eben immer auch ihre konflikthafte Schattenseite zeigen muss. Vielleicht noch größeres Ungemach droht den Tafeln von der Angebotsseite, denn dort laufen Veränderungen ab, die tendenziell dazu führen werden, dass die zur Verfügung gestellten Lebensmittel von der Menge (und der Zusammensetzung) abnehmen werden. Auf die hier ablaufenden Prozesse wurde bereits am 19. April 2015 in diesem Blog-Beitrag hingewiesen: Wird die "Vertafelung" unserer Gesellschaft durch eine unaufhaltsame Effizienzsteigerung auf Seiten der Lieferanten erledigt?

Wie dem auch sei, eines ist sicher: Die Tafeln können - wenn überhaupt - nur ein zusätzliches Angebot sein für Menschen, die in äußerst knappen Verhältnissen leben müssen. Sie können die - von vielen als per se zu niedrig kritisierte - sozialstaatliche Existenzsicherung auf gar keinen Fall auch noch substituieren. Das sollen sie aber, wenn beispielsweise Jobcenter ihr "Kunden" explizit auf die Inanspruchnahme der Tafel-Infrastruktur verweisen, damit könne man ja eine akute Notlage "überbrücken". Das ist eine Instrumentalisierung einer sicher gut gemeinten Idee und einer Institution, die zwar in der Vergangenheit Wachstumsraten hatte, die sich mit denen von Apple messen lassen, die aber, dass sollte man nie vergessen, ein auf Ehrenamt aufbauendes und damit notwendigerweise immer auch fragiles Unterfangen darstellt. Der Bundesverband versucht auch immer wieder, in seinen Stellungnahmen auf diese Punkte aufmerksam zu machen und sich der "freundlichen Umklammerung" seitens der Politik und des Systems zu entziehen. Eine sicher schwierige und nicht wirklich lösbare Aufgabe. Das ist es sicher einfacher, entweder gar nicht hinzuschauen und zu hoffen, dass die da unten schon weiter funktionieren werden bei der Armenspeisung oder aber die gegenteilige Position einzunehmen und wohlfeil für eine Abschaffung des "Tafel-Systems" zu plädieren und für die Betroffenen dann höhere Leistungen in Aussicht zu stellen, mit denen sie keine Tafeln mehr brauchen.

Kommentare:

Rainer Kühne hat gesagt…

Es fällt mir nicht leicht - es steht gesundheitlich bei mir auf des Messers Klinge - aber es muss gesagt und mehr noch getan werden. Dass die Tafeln schon zu einem Instrument des Ausgleichs sozialpolitischer
Fehlentscheidungen geworden sind - bewusst und berechnend - zeigt in der Bilanz von REGIERUNGSVERANTWORTUNG die erschreckende Vision einer
entmenschlichten GESELLSCHAFT, einer uninteressierten,zuschauenden Ansammlung zufällig zusammengewürfelter Einzelwesen, denen jede SOLIDARISCHE VERANTWORTUNG abhanden gekommen zu sein scheint. Wenn dies Folge der REGIERUNGSPOLITIK ist, dann ist es verständlich und in eben diesem Maße auch zwangsläufig. WENN ABER DER STAATSBÜRGER ES AUCH NOCH STILLSCHWEIGEND DULDET, SEHE ICH HÖCHSTE GEFAHR FÜR EINEN INTEGREN, DEM GEMEINWOHL VERPFLICHTETEN STAAT. Die Folgen sind in ihrer Dramaturgie erfassbarer Zersetzung und Werteverfalls kaum abzuschätzen. REGIERUNG wie auch WIR als STAATSBÜRGER, ebenso die JUDIKATIVE als REGULATIV und WÄCHTER über die NORMEN unserer WERTEGEMEINSCHAFT, die VERFASSUNGSORGANE - alle eingesetzt durch des VOLKES STIMME und WILLE - direkt oder indirekt - versäumen kontinuierlich ihre PFLICHTEN, sie weichen der VERANTWORTUNG für fehlerhafte Einschätzungen, sind böswillig beratungsresistent und noch dazu völlig unfähig, mit Innovationen intelligent umzugehen. Wer eigentlich soll die Thesen eines MÜNTEFERING, eines SPAHN oder KAMPETER ( beliebig erweiterungsfähig ) noch als ernsthaften Beitrag zur Gestaltung unseres MITEINANDERS ansehen. Ich sage bewusst MITEINANDER, denn es geht nicht nur um den STAAT, es geht um M E N S C H E N , deren millionenfache Schicksale WIR einem BEHÖRDENWAHNSINN ausliefern, die auf Mark und Pfennig Masse berechnen, WÜRDE buchstäblich zerlegen ! WO BLEIBEN die GRUNDGESETZLICH verbrieften RECHTE, wo bleibt - frei von juristischer Verbrämung - unser aller GEWISSEN ? WER sind WIR, dass WIR uns aufschwingen, MENSCHLICHES LEBEN in Vorstellungen zu zwängen, die nicht dem Bild dessen entspricht, der dieses EINMALIGE, NICHT WIEDERHOLBARE LEBEN mit Höhen und Tiefen durchleben muss. WELCHER GEIST LÄSST SICH IN DIESEN HIRNEN SPÜREN ? Und wem will man verdenken, dass er oder sie die-sen Geist auch als Empfindung so benennt. Ich tue es hier bewusst in Verantwortung eines FREIEN STAATSBÜRGER in seiner PFLICHT für die GESELLSCHAFT : Es ist derselbe GEIST, der an den RAMPEN MENSCHEN, gefercht wie die Tiere, sortiert , begutachtet und der Verwertung zuführt. Und ich klage unsere ORGANE an, ihr Mandat zu missbrauchen, ihre Pflichten nicht zu kennen, ihre Vorteile weidlich zu nutzen und das VOLK - DAS SIE ALIMENTIERT - in die Verwahrlosung schickt, ihrer RECHTE beraubt. Ein VOLK ohne STAAT, ein STAAT ohne MENSCHEN, wozu dann eine REGIERUNG ??
Rainer H. Kühne
>>> AG GRUNDGESETZ als GESELLSCHAFTSVERTRAG <<<

Rainer Kühne hat gesagt…

Zu meinem Kommentar möchte ich noch zwei Weiterungen anfügen, die erste
jetzt, die andere später:
Kinder im Mahlwerk HARTZ IV, eine Brisanz mit explosiver Langzeit-wirkung, eine Schamesecke, die beschämender nicht sein kann, die alle HOHEN WERTE unseres GRUNDGESETZES ins Abseits stellt, sie zur ÖFFENTLICHEN SCHAU bloßstellt. WIR schicken GENERATIONEN von Kindern ins Leben, die traumatisiert von familiären Untiefen sind, die HARTZ IV als LEBENSRASTER vorgibt. WIE soll unsere GESELLSCHAFT damit umgehen, wenn doch einmal der wache Sinn aufleuchtet. WIE sollen dann die FOLGE-GENERATIONEN mit diesem UNRAT, mit diesen VERWÜSTUNGEN in den BIOGRAFIEN überhaupt fertig werden. Jeder ehrliche Mensch würde sich schämen müssen, sollte er persönlich dafür einstehen müssen. Und ich mache als alter SOZIALDEMOKRAT, als SOZIAL und DEMOKRATISCHER VERANTWORTUNGSTRÄGER den damaligen Initiator verantwortlich:
GERHARD SCHRÖDER in seiner VERANTWORTUNG als GESTALTER unserer GESELLSCHAFT.
Rainer H. Kühne
>>> AG GRUNDGESETZ als GESELLSCHAFTSVERTRAG <<<

Stefan aus Oberfranken hat gesagt…

Auch in Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern) gibt es jeweils mittwochs und samstags Essensausgabe an der Tafel. Wie ich sehen kann, werden es immer mehr Flüchtlinge. Die Tafel ist völlig überlastet und kann keine Leute mehr aufnehmen. Von der Politik als Ehrenamt gelobt, sind die Tafeln für mich Ausdruck des absichtlichen Versagens der Politik, sozialen Ausgleich zu schaffen.
Dennoch habe ich Hochachtung vor der Leistung der ehrenamtlichen HelferInnen bei den Tafeln in Deutschland. Beschämend aber ist die Tatsache, dass sich die Regierung darauf verlässt, dass die Tafeln alle bedürftigten Menschen versorgen. Eine Farce.
In der Union verstummen nicht die Ansichten, der Regelsatz biete keine Anreize zur Arbeit und sei deshalb noch zu hoch. 404 EURO reichen dabei jetzt schon kaum, um über die Runden zu kommen. Eine abartige Logik! Vielleicht brauchen Menschen wie der Berliner Abgeordnete von Stetten einfach mal eine Belehrung darüber, dass es nicht genügend Stellen gibt. Er schert alle über einen Kamm. Ein strebsamer Handwerker, der nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit durch Insolvenz entlassen wird, soll plötzlich faul sein, weil er mit Anfang 50 nach einem Jahr ALG 1 keine Anstellung mehr findet? Zynisch.

Rainer Kühne hat gesagt…

Stefan aus Oberfranken zeigt hier E I N E N Einblick in E I N E regionale Tafellandschaft. Das Wort TAFEL täuscht, es umschmeichelt ein Lebensgefühl: man tafelt unter Freunden, es hat etwas ländlich-heimatliches, wie ein Ruhepunkt, der sie ja auch tatsächlich schon für viele unserer MITMENSCHEN geworden sind. HEIMAT und RUHE ! HALT für ein ganzes LEBEN, für Familien, für Kinder, für UNS ! WO will man anfangen, wann soll man enden, wenn die SOZIALE Brache in Deutschland vor uns liegt. Stefan legt die Finger in die Wunde : es ist die VERANTWORTUNG von POLITIK und WIRTSCHAFT, zu bekennen, was Arbeitslosigkeit entstehen lässt, nämlich zu ca. 60 % sind es Fehler und Versäumnisse eben dieser Entscheider, es sind Unternehmens-situationen, die KEINER der Betroffenen zu verantworten hat ! Und DIE bestrafen WIR als GESELLSCHAFT mit Regelwerken, die in den Giftschrank zu sperren wären. Wir bestrafen weitere 25 % - meist MÜTTER - die allein erziehend Großartiges leisten. WIR ferchen die KRANKEN und BEHINDERTEN zusammen zum Kehricht unserer Nation, und es bleiben karge 5 %, deren Lebensvorstellungen oftmals Horizonte weitern. W E N also bestrafen WIR als GESELLSCHAFT denn nun wirklich ? WIR sind es selber, WIR betrügen UNS alle um unser Leben, begreifen nicht diese Einmaligkeit, verfügen in einer beispiellosen Maßlosigkeit unsere Begleiter durch dieses Leben. WIR tragen also ungeschmälert die endgültige VERANTWORTUNG als STAATSBÜRGER - GLIED des STAATSVOLKES und tatsächlicher SOUVERÄN.Die Frage ist also nur noch, was WIR aus dieser Position heraus machen, SO kann es nicht weiter gehen. Gehen WIR weiter alle vier Jahre, kassieren den Schrott, den MANDATSTRÄGER und ins AMT - direkt oder auch indirekt - BERUFENE gegen jede Vernunft, gegen Sitte und Anstand, nur um der MACHT willen uns auferlegen. Diese Schwachstelle einer REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE gilt es zu überwinden. WIR müssen uns trennen von der STAATSREGIE durch BEAMTE und RICHTER, sie den DEMOKRATISCHEN VERPFLICHTUNGEN unterwerfen durch besondere Vereinbarungen, durch einfachgesetzliche Absprachen aus den Schonräumen des GRUNDGESETZES hinüber geleiten in unser MITEINANDER eines DEMOKRATIE - Entwurfes, der erst noch erarbeitet werden muss: GLEICHHEIT und CHANCENGERECHTIGKEIT, RECHT, das zu GERECHTIGKEIT führt durch FREIHEIT in der GESELLSCHAFT. WEITERMACHEN geht nicht, ändern heißt Arbeit , also ist die Frage, wann WIR zusammen arbeiten wollen ? Der neue Präsident des BSG, Rainer Schlegel hat in einem Interview seine Sicht des STAATES herausblitzeln lassen, ein Phantasmogramm der Bürokratie und Entmenschlichung. Es geht auch einfach: der STAATSBÜRGER besteht darauf, dass der STAAT SEINE Werkstatt ist für SEINE Angelegenheiten. Und so soll es denn werden, nur so kann es sein ! meint
Rainer H. Kühne aus Berlin
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