Dienstag, 30. August 2016

Auf schwarz-weiße Reflexe ist Verlass - am Beispiel minijobbender Rentner und einem nicht-kinderarmutsreduzierenden Mindestlohn

Es ist ein nicht auflösbares Dilemma in der Sozialpolitik - immer wieder wird man mit völlig entgegengesetzten Bewertungen eines scheinbar eindeutigen Sachverhalts konfrontiert. In diesen Tagen muss man das ein zwei Beispielen erneut zur Kenntnis nehmen.

Da wäre beispielsweise diese Meldung: »Sie räumen Supermarktregale ein, jobben als Briefträger oder arbeiten in Gaststätten: Immer mehr Rentner in Deutschland bessern ihr Einkommen mit einem Minijob auf. Ende 2015 übten bereits 943.000 Senioren ab 65 Jahre einen Minijob aus – ihre Zahl stieg damit seit 2010 um 22 Prozent, im Vergleich zu 2005 sogar um 35 Prozent. Vor zehn Jahren arbeiteten nur 698.000 Senioren in einem Minijob ... Besonders drastisch ist der Zuwachs bei den Rentnern ab 75 Jahre: Ende vergangenen Jahres waren knapp 176.000 Senioren dieser Altersgruppe mit einem Monatsverdienst von maximal 450 Euro geringfügig beschäftigt – mehr als doppelt so viele wie noch im Jahr 2005«, kann man dem Artikel Immer mehr ältere Menschen gehen arbeiten – trotz Rente entnehmen.

Man kann sich sogleich vorstellen, was nach der Präsentation dieser erst einmal nackten Zahlen passiert: „Wir sind gegen die Maloche bis zum Tode“, so wird der Rentenexperte der Bundestagsfraktion der Linken, Matthias W. Wirkwald, in dem Artikel zitiert. Der dramatische Anstieg der minijobbenden Rentner in den vergangenen zehn Jahren zeige: Immer mehr Rentner müssten sich die Rente aufbessern. „Diese arbeiten nicht aus Spaß, sondern weil die Rente nicht zum Leben reicht.“

Und Birkwald  steht nicht alleine mit seiner Bewertung. Auch die Sozialverbände sehen in der steigenden Zahl von Rentnern mit Minijobs einen Hinweis auf wachsende Altersarmut. „Die Entwicklung ist zweifellos dramatisch“, wird Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland, zitiert. „Denn sie belegt die wachsende Altersarmut in Deutschland.“

Eine solche Interpretation scheint ja auch naheliegend. Dennoch wird von der anderen Seite zurückgeschossen. Auch das von den Arbeitgebern finanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich sofort zu Wort gemeldet in Gestalt von Holger Schäfer, dem Arbeitsmarktexperten des Instituts: „Sicherlich sind manche Rentner auf ihren Minijob angewiesen“, sog wird er in dem Artikel zitiert. „Doch aus Studien wissen wir: Vielen Senioren macht ihr Minijob Spaß.“ Andere würden mehr Kontakt zu anderen Menschen wollen und würden deshalb ein paar Stunden in der Woche arbeiten gehen. Nach seiner Wahrnehmung machen viele Rentner einen Minijob, "weil sie mehr konsumieren wollen" und führt als Beleg an, dass es die meisten älteren Minijobber nicht im Osten, sondern in Süddeutschland gibt – also in einer Region, in dem viele Menschen eine gute Rente bezögen.

Hinsichtlich des Arbeitsmarktverhaltens von Menschen gibt es keine einfache "wenn, dann"-Gleichung. Das gilt gerade in diesem Beispielfall. Anders formuliert: Beide Seiten können sicher empirische Evidenz für sich beanspruchen, wenn man wirklich mit den Leuten sprechen würde. Dass es Minijobs gibt, die von Älteren gemacht werden, um über die Runden kommen zu können, steht außer Frage, denn es gibt einfach zu viele Tätigkeiten darunter, die man nicht guten Gewissens unter die IW-Kategorie "Spaß an der Altersarbeit" subsumieren kann.

Auf der anderen Seite ist es aber eben auch so, dass man nicht einfach die fast eine Million Rentner, die minijobbend einen Teil ihrer Zeit verbringen müssen/wollen, unter die Kategorie "Altersarmut" subsumieren kann und und darf. Denn natürlich gibt es auch die Fälle, in denen die Menschen diese Entscheidung aus anderen als rein materiellen Gründen im engeren Sinne, also um existenzielle Bedürfnisse abdecken zu können, getroffen haben. Das gilt dann aber auch für das Argument der Arbeitgeberinstitutsseite , weil in Süddeutschland mehr minijobbende Rentner gibt als im ärmeren Osten, könne man gar nicht davon sprechen, dass Altersarmut das Hintergrundproblem sei. Denn gerade unter dem großen Durchschnittsdach "wohlhabend" verbergen sich im Süden eben auch individuell viele Haushalte bzw. Einzelpersonen, die es schwer haben, über die Runden zu kommen. Außerdem sind sie hier auch mit einem deutlich höheren Preisniveau, man denke nur an die Wohnkosten, konfrontiert. Eine Zwangslage, die zu der Arbeit geführt hat, kann sich gerade hier auch knapp oberhalb der Inanspruchnahme der Grundsicherung entfalten.

Fazit: Beide Interpretationen haben etwas für sich, aber nicht in ihrer Eindimensionalität. Und für beide gibt es nach den wenigen bisher vorliegenden Untersuchungen Hinweise. Vielleicht sollte man hier schlichtweg wesentlich genauer hinschauen.

Das zweite Beispiel bezieht sich auf diese, frustrierend daherkommende Überschrift: Mindestlohn hilft nicht gegen Kinderarmut. Dem Artikel kann man folgende Daten entnehmen:
»Die Einführung des Mindestlohns hat die Kinderarmut in Deutschland nicht erkennbar vermindert. Das lässt sich aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen ablesen ... Demnach lebten bei Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 noch 861.022 Kinder unter 18 Jahren in einer Aufstocker-Familie mit mindestens einem Erwerbstätigen, der zusätzlich zu seinem geringen Gehalt noch Hartz-IV-Leistungen beantragen musste. Im Januar 2016 waren es 861.539 und damit sogar geringfügig mehr.«
Es geht also a) um Aufstocker und b) um die, bei denen ein oder mehrere Kinder im Haushalt leben.

Und weiter kann man dem Artikel entnehmen, dass im Januar 2015 insgesamt 1,244 Millionen Erwerbstätige gezählt wurden, die neben ihrem Job zur Bestreitung des Lebensunterhalts Hartz IV beantragen mussten. Im Januar 2016 waren es 1,191 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang um 4,3 Prozent. Die Zahl der Aufstocker, in deren Haushalt mindestens ein Kind lebt, ging nur um 2,1 Prozent auf 556.000 zurück.

Und die Bewertung dieses Zahlen? Die stammen aus einer Anfrage, die von der Bundestagsfraktion der Grünen an die Bundesregierung gestellt worden ist. „Es ist ein Skandal, wenn fast 900.000 Kinder, obwohl ihre Eltern arbeiten, von Hartz-IV-Leistungen abhängig und damit massiv von Armut bedroht sind“, wird Wolfgang Strengmann-Kuhn, der sozialpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, in dem Artikel zitiert. „Der Mindestlohn geht an den Familien vorbei“, argumentiert der Abgeordnete.

Auch hier werden wir wieder mit einer Instrumentalisierung von Zahlen und daraus abgeleiteten scheinbar plausiblen Schlussfolgerungen konfrontiert. Hängen bleibt beim unbefangenen Leser, "der" Mindestlohn sei gescheitert, weil die Kinderarmut, genauer: die Zahl der in Hartz IV-empfangenden Bedarfsgemeinschaften lebenden Kinder, bei dessen Eltern es sich um "Aufstocker" handelt, nicht zurückgegangen ist. Das wiederum ist eine gewagte These. Aus zwei Gründen.

Zum einen - das wurde im Vorfeld der Diskussion immer wieder gesagt - ist eine "armutsvermeidende" Wirkung (hier im Sinne einer nicht mehr gegebenen Hartz IV-Bedürftigkeit) nur bei alleinstehenden Arbeitnehmern gegeben, wenn sie Vollzeit arbeiten (und unter Berücksichtigung der realen Kaufkraft selbst dann nicht, wenn man sich in "teuren" Regionen befindet). Aber der gesetzliche Mindestlohn reicht selbst bei Vollzeit nicht aus für eine Existenzsicherung, wenn es Angehörige zu versorgen gibt. Das nun aber ist nicht (nur) ein Problem der Höhe des Mindestlohnes, sondern (auch) des defizitären Familienlastenausgleichs.

Zum anderen wird der unbefangene Leser des zitierten Artikels ob bewusst oder unbewusst den Eindruck bekommen haben, es geht um Leute, die als Aufstocker voll arbeiten und zu wenig verdienen. Wenn man sich nicht auskennt, liegt diese Interpretation auch nahe. Aber "die" Aufstocker gibt es nicht. Es gibt tatsächlich Vollzeitbeschäftigte, die so wenig verdienen, dass sie noch aufstocken müssen. Aber das ist nur eine kleine Gruppe. Die große Zahle der Aufstocker sind Hartz IV-Empfänger, die sich im Minijob-Bereich Geld hinzuverdienen, also in einer geringfügigen Beschäftigung. Hier könnte der Stundenlohn auch bei 20 Euro und mehr liegen, man würde dennoch nicht aus der Hilfebedürftigkeit herauskommen.

Ich kann ja nichts dafür, die sozialpolitische Welt ist einfach sehr kompliziert und sie verträgt auch keine zu einfachen Antworten.

Kommentare:

Holger Schäfer hat gesagt…

Bevor man anderen vorschnell unterstellt, nicht genau genug hingesehen zu haben, empfiehlt es sich ja oft, diese Forderung auch an sich selbst anzulegen. Dann würde man z.B. feststellen, dass meine Äußerungen nicht aus der Luft gegriffen, sondern empirisch fundiert sind. Um ein Beispiel zu nennen, geben 69% der befragten Rentner mit einem Minijob an, dass die Tätigkeit ihnen Spaß mache. Hinsichtlich der Bedeutung des Geldverdienens geben 36% an, das Geld für den Lebensunterhalt zu benötigen, aber 55% erfüllen sich damit Extrawünsche (Körner et al 2013). Wenn man genau lesen würde, könnte man darüber hinaus auch erkennen, dass in meiner Stellungnahme in dem verlinkten Artikel die Möglichkeit, dass Rentner das Geld aus ihrem Minijob brauchen, explizit nicht negiert wird, der Vorwurf der Eindimensionalität mithin gegenstandslos ist. Manchmal sollte man eben tatsächlich genauer hinschauen.

Anonym hat gesagt…

Aus der Sicht eines Lesers von „Aktuelle Sozialpolitik“ kann ich auch bei genauem lesen des Blogartikels keine eindimensionale Darstellung der wie anzunehmen empirisch fundierten Ergebnisse feststellen. Was natürlich nicht gleich heißt, es müsste keine geben, das ist mir doch klar. Im Blogartikel kann ich keine direkte Behauptung oder indirekte Andeutung dazu erkennen, es ginge bei den genannten Zahlen „empirisch nicht mit rechten Dingen zu“. Im Gegenteil, der Blogartikel befasst sichausdrücklich mit der Art ihrer je unterschiedlichen Interpretationen als jeweils mehr oder weniger auch „eindimensional, ohne ihren Gehalt oder den der Aussagen als solche in Frage zu stellen.

Eine einseitig verfälschende Wiedergabe der verschiedenen Stellungnahmen dazu durch den Blogartikel, wie sie aus dem genannten Zeitungsartikel zitiert und wiedergegeben werden, sehe ich nicht. Ich kann keine explizite und auch keine implizite Negation der von Herrn Schäfer im Zeitungsartikel getroffenen Aussage „dass Rentner das Geld aus ihrem Minijob brauchen“ (Kommentar Herr Schäfer) im Blogartikel erkennen. Im Blogartikel heißt es, Herrn Schäfers Äußerung im Zeitungsartikel wörtlich zitierend aufgreifend: „Sicherlich sind manche Rentner auf ihren Minijob angewiesen“. Das macht mir schon beim Lesen des Blogartikels eindeutig klar, dass dieser empirisch belegte Fakt von Herrn Schäfer natürlich auch gesehen wird und in seinen Erläuterungen berücksichtigt wird. Im Zeitungsartikel ist das für meine Wahrnehmung/Lesart ebenso eindeutig. Den Zeitungsartikel kann man per Internet ja praktischer Weise gleich nachlesen. Der Blogartikel spricht aber korrekter Weise hier schon für sich.

Insgesamt wird für mich als Leser schon während des Lesens des Blogartikelabschnitts „Rentnerarbeit“ hinreichend klar deutlich (das ist für einen guten Artikel entscheidend wichtig), worauf im Fazit des Blogartikels für Leserin/Leser noch mal zusammenfassend hingewiesen wird: „Fazit: Beide Interpretationen haben etwas für sich, aber nicht in ihrer Eindimensionalität. Und für beide gibt es nach den wenigen bisher vorliegenden Untersuchungen Hinweise. Vielleicht sollte man hier schlichtweg wesentlich genauer hinschauen“. Die Notwendigkeit dieses Appells vor allen auch an uns Leser ist damit begründet und verfehlt seine positive Wirkung nicht. Es ist notwendig, kritisch und hinterfragend zu lesen.

Entsprechend will und kann der Blogartikel mich nicht dazu „veranlassen“, Herrn Schäfers zitierte/wiedergegebene Äußerungen etwa als vorgefasste, das „Publikum“ einseitig beeinflussende Darstellung des Themas zu betrachten. Ebenso verweigert sich der Blogartikel, in ihn eine von mir vorgefasste Meinung hinein zu interpretieren. Nur um mich „bestätigt“ zu sehen und um z. B. Herrn Schäfers Positionen abzuwerten zu können.

Nein, ich denke, so wie es geschrieben steht, so soll es bei der Abhandlung solcher Themen sein. Das beutet doch keinesfalls, dass man dann keine Position beziehen kann.

Jutta Schmitz hat gesagt…

Lieber Herr Sell,
vielen Dank für diese treffende und erfrischend differenzierte Einschätzung. Aufgrund unserer Forschung (im Rahmen des von der HBS geförderten Projektes "Erwerbstätigkeit und Rente. Beschäftigte, Betriebe und Alterssicherung") kann ich Ihnen nur zustimmen: Etwa ein Drittel der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner fällt unter die Armutsgrenze - und das ist problematisch, keine Frage. Die übrigen zwei Drittel überschreiten die Armutsschwelle jedoch. ABER - und dieser Einschub ist wesentlich - deswegen ist diese Gruppe keineswegs allein am Spaß der Arbeit interessiert. Auch diese Sichtweise ist viel zu einseitig. Das liegt in der Natur der Schwellwerte: hier entscheidet ein simpler Euro. Wer im Jahr 2014 918€ und nicht 917€ (Schwellwert der relativen Einkommenarmut) zur Verfügung hatte, ist finanziell ja nicht deutlich besser gestellt.
Insofern ist ein genaue Hingucken gefordert.
Richtig ist auch, dass eine große Gruppe der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner ihre Tätigkeit positiv besetzt und mehr noch: Ganz besondere Anforderungen an die Arbeit im Rentenalter stellt. Die Bereitschaft, schlechte Arbeitsbedingungen und großen Leistungsdruck hinzunehmen, ist stark begrenzt. Das führt dazu, dass diese Gruppe trotz vergleichsweise guter Qualifikationen überwiegend einfache (Mini-)Jobs ausübt. Dennoch steht dabei ein finanzielles Motiv im Zentrum, es heißt "Lebensstandardsicherung". Für diese Personen geht es zwar nicht darum, den Kühlschrank voll machen, aber ein Kinobesuch, ein Geschenk an die Enkel, oder die Reperatur der Heizung im Eigenheim, all das kann aus den Renteneinkommen allein nicht finanziert werden. Hier zeigt sich also, was gegenwärtig viel diskutiert wird: Das sinkende Rentenniveau lässt Sicherungslücken aufklaffen, die sich perspektivisch weiter zuspitzen dürften. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es nur ein privilegierte Teil der älteren Menschen ist, der sich diesem Druck durch die Erwerbstätigkeit (teilweise) entziehen kann. Der weitere Diskussionsbedarf liegt auf der Hand.

In diesem Sinne viele Grüße aus Duisburg!

Stefan Sell hat gesagt…

Liebe Frau Schmitz,

ganz herzlichen Dank für die ergänzende Kommentierung - und ich erlaube mir, die Leser auf Ihr von der HBS gefördertes Projekt, das Sie in Ihrem Beitrag erwähnt haben, mit einer Verlinkung aufmerksam zu machen: Erwerbstätigkeit und Rente. Beschäftigte, Betriebe und Alterssicherung.

Besonders wichtig finde ich Ihre Hinweise auf die Problematik der Schwellenwerte und - ich verweise auf die "ewige" und auch in diesem Blog immer wieder dargestellte Debatte über die "Armutsgefährdungsquoten" - die Problematik, die sich für die vielen ergibt, die formal knapp oberhalb der Schwellenwerte liegen und dennoch erhebliche Probleme haben, über die Runden kommen zu können. Das sind dann bei unserem Thema hier dann auch viele ältere Menschen, die eben formal nicht "altersarmutbedingt" beispielsweise einen Minijob ausüben, aber faktisch unter dem "sich etwas gönnen" sicher keine Kreuzfahrt verstehen, sondern die von Ihnen angesprochenen kleinen Dinge des Alltags, die von Normal-, geschweige denn Besserverdienenden kaum Beachtung finden und in deren Leben als Selbstverständlichkeit mitlaufen.

Mit Blick auf die vor uns liegenden Jahre ist aber besonders Ihr Hinweis auf die zunehmende Altersarmut von Relevanz, die sich - auch das wurde hier im Blog ebenfalls schon oft angesprochen und problematisiert - aufgrund der Systemveränderungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung im Zusammenspiel mit den vielen löchrigen Erwerbsbiografien und den Folgen des Ausbaus des Niedriglohnsektors mit großer Plausibilität entfalten wird, wenn nicht deutlich gegengesteuert wird. In diesem Kontext scheint mir ein durchaus kritischer Blick auf die derzeit auch gesetzgeberisch laufenden Anstrengungen sinnvoll, den Renteneintritt zu flexibilisieren und die Zuverdienstmöglichkeiten (zur Kompensation der Abschläge und/oder der niedrigen Renten) deutlich "attraktiver" auszugestalten. Man kann das durchaus so lesen, dass die einzelnen Betroffenen dann in der faktischen Situation der Altersarmut verwiesen werden (können) auf kompensatorisches teilzeitiges Weiter- oder Wiederarbeiten, für viele dann aber unter dem Damoklesschwert der Fragilität des Arbeiten-Könnens (und natürlich auch einer entsprechend vorhandenen Arbeitsnachfrage).

Viele Grüße aus Remagen zurück nach Duisburg.