Mittwoch, 3. Mai 2017

Sie wächst und wächst, "die" Beschäftigung. Aber welche eigentlich? Eine Dekomposition der Erwerbstätigenzahlen

Kurz und knapp ist die Überschrift der Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit (BA) anlässlich der Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen für den April 2017: "Gute Entwicklung setzt sich fort". Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von März auf April um 93.000 auf 2.569.000 abgenommen. Es soll an dieser Stelle gar nicht auf die Zahl 2,6 Mio. Arbeitslose genauer eingegangen werden, liegt die "wahre" Zahl der Arbeitslosen - wie schon in vielen früheren Beiträgen immer wieder hervorgehoben - doch tatsächlich mindestens um eine Million höher, also bei 3,6 Mio., ausweislich der Angaben der BA zur "Unterbeschäftigung": »Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im April 2017 auf 3.603.000 Personen.«
Hier soll es um einen anderen Aspekt gehen: »Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen.« Und das Statistische Bundesamt hat die frohe Botschaft aus Nürnberg schon einen Tag zuvor mit dieser Ansage unterstrichen: März 2017: Erwerbstätigkeit mit stabilem Aufwärtstrend: » Im März 2017 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 43,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber März 2016 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 641.000 Personen oder 1,5 % zu.« Die Abbildung am Anfang der Beitrags visualisiert die positive Entwicklung der Beschäftigtenzahlen des Statistischen Bundesamt - offensichtlich schreitet das deutsche "Jobwunder" voran.

Nun haben solche Zahlen die Folge, dass sie zumeist unvollständig interpretiert und unters Volks gebracht werden. Dann kommen solche Meldungen dabei raus: Immer mehr Menschen haben Arbeit: »Im März sind 43,8 Millionen Menschen in Deutschland einer bezahlten Arbeit nachgegangen. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.« Das ist nun nicht falsch, das kann man der erwähnten Pressemitteilung der Bundesstatistiker durchaus entnehmen, aber es kann problematisch werden, wenn man bedenkt, wie diese formal richtige Botschaft bei vielen Menschen ankommt, also wie die die Zahlen interpretieren. Denn zahlreiche Bürger haben - zumeist unbewusst - eine ganz bestimmte Vorstellung davon, was es heißt, einen Job zu haben oder wenn sie hören/lesen, von Januar 2014 bis zum März 2016 wurden (saisonbereinigt) 1,5 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen, was auch einige aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes abgeleitet haben.

Da denken viele Menschen irgendwie an "normale Jobs", also eine Vollzeitbeschäftigung als Arbeitnehmer in einem Unternehmen. Die gibt es natürlich auch, aber sie sind nur eine Teilmenge dessen, was unter dem Oberbegriff "Erwerbstätige" gezählt wird.

Bereits die offizielle Definition von Erwerbstätigen, wie man sie beim Statistischen Bundesamt finden kann, verdeutlicht die enorme Spannweite dessen, was da alles subsumiert wird. Der entscheidende Punkt: Die Zahl der Erwerbstätigen sagt nicht, dass es sich um halbwegs normale Jobs handelt, die hinter der Zahl stehen, das kann sein, muss aber nicht. Beispiel: Eine vollzeitbeschäftigte Mitarbeiterin im Einzelhandel (bislang also = 1 Erwerbstätige) wird ersetzt durch zwei teilzeitbeschäftigte Verkäuferinnen (= 2 Erwerbstätige) oder gar durch vier geringfügig Beschäftigte (= 4 Erwerbstätige) - obgleich die Arbeitszeit (40 Stunden pro Woche) gleich geblieben ist.

Der Zahl der Erwerbstätigen kann man eben nicht ansehen, wer da genau hinter steht. Eine auf 450-Euro-Basis, also geringfügig Beschäftigte, geht in die Statistik der Erwerbstätigen mit dem gleichen Gewicht ein wie eine mit 40 Wochenstunden angestellte und tariflich vergütete Angestellte.

Gemessen werden Köpfe, unabhängig ihres "Gewichts" bezogen auf die tatsächliche Einbindung in Erwerbsarbeit. Ein erster Blick auf die Daten zeigt für die Jahre seit 2010, dass die "Kopfzahl"-Entwicklung bei den Erwerbstätigen und die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden, also das Arbeitsvolumen, auseinanderlaufen. Die Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen geht deutlich über die Expansion der geleisteten Arbeitsstunden hinaus. Es ist naheliegend, dass das nur dann passieren kann, wenn der Anteil der Beschäftigten steigt, die von der Arbeitszeit her gesehen weniger als die Beschäftigten früher arbeiten.

Dass diese Vermutung durchaus seine Berechtigung hat, zeigt die Aufarbeitung der Entwicklungsdynamik der einzelnen Komponenten der Erwerbstätigenzahlen, die man beispielsweise in der Arbeitsmarkt-Prognose 2017 des IAB finden kann.
Die Zahl der "marginal Beschäftigten" und auch die der Selbständigen hat seit 2010 abgenommen und die Zahl der in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmer hat nur unterdurchschnittlich zugelegt, gemessen an der Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen insgesamt.
Gleichsam nach oben geschossen und mit einem entsprechend überdurchschnittlichen Beitrag zur allgemeinen Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen sind die in regulärer Teilzeit beschäftigten Arbeitnehmer. Für 2017 gehen die Arbeitsmarktforscher des IAB von einer Teilzeitquote bei den beschäftigten Arbeitnehmern in Höhe von 39,4 Prozent aus.

Nun kann man an dieser Stelle argumentieren, eine alte Statistikerweisheit lautet: Auf das Basisjahr kommt es an. Und die bisherige Daten-Präsentation bezog sich auf die Jahre ab 2010. Aber natürlich kann man weiter zurückblicken, um zu prüfen, ob es in der langen Sicht vergleichbare Verschiebungen gegeben hat oder ob sich am aktuellen Rand etwas verändert gegenüber dem, was wir in der Vergangenheit feststellen konnten.

Hinzu liefert das Statistische Bundesamt Daten, die bis 1991 zurückreichen.
Und auch hier sehen wir wieder die unterdurchschnittliche Entwicklung bei den "Normalarbeitnehmern", die der weit verbreiteten Vorstellung von einem "normalen" Job entsprechen. Die haben nach 1991 sogar abgenommen, eine Trendwende dieses Abbauprozesses ist erst ab 2007 und mit einer gewissen Dynamik vor allem seit 2011 zu erkennen - das spiegelt sicher die insgesamt gute Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen Jahre in Verbindung mit den Engpasserfahrungen eines Teils der Unternehmen, die vor allem auch demografisch bedingt sind, wider. Am aktuelle Rand der Entwicklung nehmen die Vollzeitstellen im sozialversicherungspflichtigen Bereich wieder zu hinsichtlich ihres Beitrags zur Zahl der zusätzlichen Erwerbstätigen. Die veränderte allgemeine Arbeitsmarktlage schlägt sich auf nieder bei der Entwicklung der Selbständigen und darunter bei der Gruppe der Solo-Selbständigen. Deren Zahl hat sich bis 2012 stark erhöht, seitdem geht sie wieder zurück, was auch den Rückgang bei den Selbständigen insgesamt erklären kann. Sicher auch deshalb, weil bisherige Solo-Selbständige, die sich eher aus der Not heraus selbständig gemacht haben, nun wieder in abhängige Beschäftigungsverhältnisse wechseln.

Aber auch aktuell entfallen die meisten zusätzlichen Erwerbstätigen auf den Bereich der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit. Damit wird die langjährige Entwicklung fortgeschrieben. Das hat natürlich Auswirkungen, die sozialpolitisch bedeutsam sind. Und das in mehrfacher Hinsicht. Zum einen hat das eine geschlechterpolitische Dimension, denn Teilzeit ist immer noch primär eine Sache der Frauen. Hinzu kommt, dass Teilzeitarbeit überdurchschnittlich stark in Branchen vertreten ist, in denen wir mit einem niedrigen Lohnniveau konfrontiert sind - und selbst innerhalb der Branchen konnten Studien zeigen, dass es einen Lohnunterschied gibt zwischen Arbeitnehmern in Teil- und Vollzeit, vgl. dazu nur als ein Beispiel Elke Wolf: Lohndifferenziale zwischen Vollzeit- und Teilzeit­beschäftigten in Ost- und Westdeutschland. WSI-Diskussionspapier Nr. 174, Düsseldorf, Dezember 2010).
Sozialpolitisch besonders brisant ist die Tatsache, dass wichtige Teile unseres sozialen Sicherungssystems, von der Arbeitslosenversicherung bis hin (vor allem) zur Rentenversicherung, auf dem Modell der möglichst ohne Unterbrechungen praktizierten Vollzeit-Erwerbsarbeit mit einer (mindestens) durchschnittlichen Vergütung basieren, man denke hier nur an die Mechanik der Rentenformel (vgl. hierzu die §§ 64 ff. SGB VI). In der gesetzlichen Rentenversicherung hat man keine reale Chancen, eigenständig ausreichende Sicherungsansprüche aufzubauen, wenn man "nur" und das über längere Zeiträume Teilzeit arbeitet. In Kombination mit den Merkmalen "Frauen" und "Niedriglöhne" hat man dann - wenn keine anderweitige abgeleiteten ausreichenden Sicherungsansprüche existieren oder diese wegbrechen - eine sichere Quelle zukünftiger Altersarmut.

Unabhängig davon und wieder zum Thema dieses Beitrags im engeren Sinne zurückkehrend sollte man an die Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung mit großer Demut herangehen, man könnte auch zu größter Skepsis aufrufen. Dies wurde am 4. März 2017 in dem Beitrag Ein Wunder. Ein Beschäftigungswunder. 400.000 Arbeitnehmer sind wieder aufgetaucht. Die Bundesagentur für Arbeit und die Zahlen eindrücklich demonstriert.
Im ausführlichen Monatsbericht Januar 2017 der BA konnte man diese Aussagen lesen: »Der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung hat sich weiter fortgesetzt, wenn auch nicht mehr so stark wie im ersten Halbjahr 2016 ... Seit Juni nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung monatsdurchschnittlich um 10.000 zu, nachdem sie von Januar bis Mai noch um 42.000 gewachsen war ... Die saisonbereinigte Entwicklung und die Veränderung der Vorjahresabstände zeigen, dass der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zuletzt deutlich an Dynamik verloren hat, obwohl die reale Wirtschaftsleistung stetig wächst.« Und dann die Überraschung:
Nur wenige Wochen später, anlässlich der Arbeitsmarktzahlen für den Februar 2017 (vgl. dazu Der Arbeitsmarkt im Februar 2017 vom 01.03.2017), wird auf einmal ein ganz anderes Bild hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung gezeichnet: »Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der BA von November auf Dezember saisonbereinigt um 82.000 zugenommen. Insgesamt waren im Dezember nach hochgerechneten Angaben 31,88 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 735.000 mehr als ein Jahr zuvor.« Moment, wird der eine oder andere an dieser Stelle aufmerken, noch einen Monat vorher wurden doch "nur" 332.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als Vorjahr gemeldet und die rückläufige Dynamik beim Beschäftigungsaufbau beklagt. Die BA schiebt aber sogleich eine Erläuterung zu dieser nun wirklich nicht unerheblichen Differenz nach: » Die Angaben für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit wurden ab August 2016 deutlich nach oben korrigiert, weil es Anfang 2016 Datenverarbeitungsfehler von Beschäftigungsmeldungen gab. Erst jetzt hat sich herausgestellt, dass Meldungen in größerem Umfang nicht berücksichtigt wurden.«
Und schwuppdiwupp sind 400.000 verschütt gegangene Arbeitnehmer wieder zum Leben erweckt worden. Gott sei Dank, denn hätte man das nicht gemacht, würden die immer noch arbeiten und statistisch tot sein.


Sell, Stefan (2017): Sie wächst und wächst, "die" Beschäftigung. Aber welche eigentlich? Eine Dekomposition der Erwerbstätigenzahlen, in: Aktuelle Sozialpolitik, 03.05.2017

Kommentare:

Alex hat gesagt…

Zum Bereich der Vollzeitstellen im sozialversicherungspflichtigen Bereich. Man muss sich einfach mal überlegen. Es hat grob gesehen 20 Jahre gedauert um das vorherige Niveau zu erreichen. Dabei wäre noch zu bedenken das die Anzahl der Rentner auch gestiegen ist. So müssten theoretisch Arbeitsplätze nicht nur frei werden, sondern unter Umständen auch in der Pflege mehr werden. Aber so gesehen sind es eher Teilzeit-Beschäftigte.

Ausreichende Sicherungsansprüche. Dies erinnert mich ein wenig an die Betriebsrente die nur vom Arbeitnehmer Brutto bezahlt wird. So verringert man auch die Kosten der GRV. Man kann sich übrigens auch einfach direkt auf Altersarmut einstellen und hinarbeiten. Grundsicherung ist die neue Nachschussversorgung. Hat in meinen Augen immer wieder mit den mickrigen Lohnsteigerungen zu tun, die ja quasi die Höhe der Rentenleistungen vorgeben.

Was mich übrigens schon beim letzten Mal stutzig gemacht hat. Diese abrupte Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Gab es nicht eine Karenzzeit bis 2017 für bestimmte Berufe um dem Mindestlohn nicht zahlen zu müssen. Könnte dies unter Umständen eine Rolle spielen?

Und ich hätte noch eine zweite Frage. Ab wann ist man sozialversicherungspflichtig? Wieviele der Erwerbstätigen zahlen den überhaupt Summen in die GRV ein um über Grundsicherung zu kommen?

Anonym hat gesagt…

Was nützt mir wenn ich "Arbeit" habe, aber davon nicht mehr meinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Wer so argumentiert, kann auch wieder zentrale Arbeitshäuser/Arbeitslager einrichten, Dezentrale Arbeitshäuser/Arbeitslager haben wir seit Hartz IV schon wieder. Denn man wird gezwungen jede "Arbeit" anzunehmen.

Stefan hat gesagt…

Monat für Monat die gleiche Inszenierung der BA.

Anonym hat gesagt…

Eine Bewertung des deutschen "Jobwunders" ist meiner Meinung nach nicht möglich, wenn man nicht auch den deutschen Außenhandel mit in die Betrachtung einbezieht. Ohne die enormen Außenhandelsüberschüsse würde die Lage am Arbeitsmarkt sicher nicht halb so "gut" aussehen. Man spricht nicht umsonst von einer "beggar-thy-neighbour"-Politik.

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sell,

die Definition des Begriffs "Erwerbstätige" des Statistischen Bundesamts (in Ihrem Blogeintrag als Bild verlinkt) nennt Erwerbstätige Personen, "die mindestens eine Stunde gegen Entgelt irgendeiner Tätigkeit nachgehen ...".

Auf welche Zeiteinheit bezieht sich diese eine Stunde, in der einer Tätigkeit nachgegangen werden muss um als erwerbstätig zu gelten? Auf einen Tag, auf eine Woche oder einen Monat? Ist man erwerbstätig, wenn man entweder pro Tag oder pro Woche oder pro Monat mindestens eine Stunde lang einer Tätigkeit nachgegangen ist?

Mit freundlichen Grüßen

Anonym

Stefan Sell hat gesagt…

Ich würde Ihnen natürlich gerne eine einfache Antwort auf diese Frage geben, aber wie immer in der Welt der Statistik heißt es auch hier: Kommt darauf an. Also auf die konkrete Quelle der Berechnung der Erwerbstätigenzahlen.

Aber vereinfachend kann man sagen, dass beispielsweise im wichtigen Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, also einer repräsentativ angelegten Bevölkerungsbefragung, die Personen gefragt werden, ob sie in der letzten Woche mindestens eine Stunde gearbeitet haben. Das entspricht dem Erfassungskonzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).
Darüber kann man völlig zu Recht diskutieren, ob das ein sinnvolles Instrument der Abgrenzung von Erwerbstätigkeit ist.

Das Statistische Bundesamt weist selbst auf die erheblichen Unterschiede bei der Zahl der Erwerbstätigen hin, je nachdem, welche Quelle herangezogen wird. Vgl. dazu die Erläuterungen der Bundesstatistiker in diesem Beitrag: Abweichungen zwischen Erwerbstätigenrechnung und Mikrozensus bei der Zahl der Erwerbstätigen. Dort findet man beispielsweise diese Hinweise:

»Mit der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ETR) und dem Mi­kro­zen­sus (MZ) stehen in Deutschland zwei wichtige Statistiken zur Ermittlung der Zahl der Er­werbs­tätigen zur Ver­fü­gung. Die Ergebnisse von Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung weichen allerdings voneinander ab. Für das Jahr 2015 weist der Mikrozensus 2,64 Mill. Erwerbstätige weniger aus als die Erwerbstätigenrechnung.
Die Abweichungen sind vor allem auf Unterschiede der in beiden Statistiken eingesetzten Me­tho­den und Verfahren zu­rück­zu­füh­ren, basieren aber in Teilen auch auf nicht vollständig über­ein­stimmenden De­fi­ni­tio­nen ... Definitorisch weichen Mikrozensus und Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung vor allem bei der Abgrenzung von Erwerbstätigen ab, die ihre Tätigkeit unterbrochen haben. Me­tho­disch ist bedeutsam, dass die Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung die Zahl der Erwerbstätigen auf Basis von etwa 60 Sta­tis­ti­ken schätzt, während der Mikrozensus als Haus­halts­be­fra­gun­gen auf den Angaben der Befragten basiert. Vor diesem Hintergrund erklärt sich, dass Abweichungen vor allem im Bereich der marginalen Beschäftigung zu finden sind. Erfahrungsgemäß kann etwa die Er­fas­sung kleinerer (Neben-)Jobs oder von Tätigkeiten im Graubereich zur Schwarzarbeit in Haus­halts­be­fra­gun­gen problematisch sein. In der Er­werbs­tä­ti­gen­rech­nung werden daher für sta­tis­tisch schwierig zu erfassende Bereiche (z. B. im Bereich der häuslichen Dienste) Zuschätzungen vorgenommen.«

Wie gesagt, ich hätte Ihnen die völlig berechtigte Frage gerne einfacher beantwortet.

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sell,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage und Ihre Erläuterungen.

Mit freundlichen Grüßen

Anonym